1. August 2014

Azyklisch kochen: Roigebragedli

Nein, es ist viel zu heiß, um Roigebrageldi zu essen, dieses Traditionsgericht mit dem schwer aussprechbaren Namen (o und i getrennt sprechen - und nicht mal ich konnte es im Titel richtig tippen!), der so viel bedeutet wie "Rohgebratene". Es ist ein Wintergericht der Hochalmen in den Vogesen, vorzüglich nach einer langen Bergwanderung oder körperlicher Arbeit.

Aber ich habe das Rezept gerade bei FB erzählt und möchte nicht, dass es dort verschwindet. Dazu sind die Roigebrageldi zu lecker. Also einfach für die kalte Jahreszeit vormerken!

Fertig sind die Roigebrageldi, wenn sie ihre Form verloren haben.

Zutaten:
2 kg rohe Kartoffeln in feinsten (!) Scheibchen
200-400 g gehackte Zwiebeln (Ich gebe auch etwas Knoblauch dazu)
wer mag: 300-400 g fein gewürfelten Räucherspeck (traditionell legt man Fleischernes extra dazu)
500 g Butter
1 nicht zu kleines Glas trockenen Weißwein (Sylvaner kommt gut, Riesling geht auch)
Salz, Pfeffer frisch geriebenes Muskat, 2 Lorbeerblätter, etwas Öl

Zubereitung:
In einen großen Steinguttopf gibt man einige Flocken Butter und schichtet dann die Zutaten abwechselnd ein: Kartoffeln, Zwiebeln, Gewürze, Speck. Und immer tüchtig Butter zwischen die Schichten und obenauf. Die letzte Schicht sind Kartoffeln mit Butterflocken. Das übergießt man mit dem Weißwein und lässt das Ganze im gut verschlossenen Topf im Ofen bei 180 Grad mindestens 2 Stunden garen. Ich persönlich backe es eine Stunde bei 180 Grad und dann sehr lange bei Niedertemperatur, das Gericht eignet sich vorzüglich für den Crockpot / Slow Cooker.
Wahre Adepten gießen noch ein Glas Weißwein in dem Moment auf, in dem das Gericht aus dem Ofen kommt.

Den schrecklich leckeren Pamp isst man zu geräuchertem oder gesalzenem Fleisch und grünem Salat an Knoblauchvinaigrette.

Wer meint, Butter sparen zu müssen, kann bis zu 250 g sparen, wenn er das durch Fleischbrühe ersetzt. Aber 250 g sind das Minimum, damit das schmeckt.

Ist ein traditionelles Gericht von den Almen der Hochvogesen, wo es stundenlang im eisernen Topf am Feuer hing, während man die Kühe versorgte und Käse machte. Da gibt's dann auch noch den Kaloriengeheimtipp: Roigebrageldi schmecken aufgewärmt ja noch besser. Und wenn man sie dann mit hauchdünnen Scheiben Räucherschinken belegt und mit einem Rohmilch-Munster gratiniert.

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