30. August 2014

Erwin, Didier und der nette Vietnamese

Manchmal ist das Essen in Frankreich wirklich zum Speien. Ja, richtig gelesen! Nämlich dann, wenn man sich erst durch viele Abschnitte Kleingedrucktes über Zusatzstoffe kämpfen muss, wenn Convenience und Billigpapp die frischen Nahrungsmittel ersetzen. Zwar gibt es unter Fertiggerichten durchaus Angenehmes, aber ich habe es schon mehrfach beschrieben: Es wird immer schwerer und vor allem teurer, in französischen Supermärkten eine Qualität zu finden, wie sie noch vor zwanzig Jahren selbstverständlich war. Touristen bemerken es ob der reizenden Exotik nicht gleich. Da fährt man täglich an Schafherden vorbei und hat doch das geschmacksarme Lammfleisch aus Neuseeland im Angebot! Käse sind inzwischen stückweise verschweißt, schimmeln gern in der schmierigen Folienverpackung ein zweites Mal. Das Angebot verarmt, immer mehr Traiteure und andere Spezialisten schließen ihre Läden, können mit den niedrigen Preisen der Industrieware nicht mehr mithalten - denn den Franzosen geht es wirtschaftlich nicht gut.

Genuss: Das sind Düfte und Geschmäcker so reich wie die Welt
Ras-le-bol nennt man das Gefühl, das mich hier immer wieder überkam: "die Schnauze gestrichen voll" - im Französischen ist es das Kaffeeschüsselchen. Und so zog ich aus, um herauszufinden, wie man sich preiswert und dennoch qualitativ wertvoll in meiner Region ernähren kann. Noch vor wenigen Jahren hätte ich dafür viel Benzin bei Autofahrten übers Land verfahren müssen. Direktvermarktung gab es schon immer, aber die Strecken zwischen den Anbietern waren nicht ohne. Dörfer wie etwa in der Südpfalz, wo man auf der Hauptstraße einen Verkaufsstand nach dem anderen findet, sind im Elsass außerhalb weniger Gebiete Fehlanzeige.

Doch plötzlich schien sich etwas quasi über Nacht verändert zu haben. Waren es die vielen Fernsehberichte über unseren Umgang mit dem Essen, der industrialisierten Nahrung, dem Quälen von Tieren? Es schien spürbar, dass sich Verbraucherbewusstsein zu ändern schien, selbst etablierte Großfirmen brachten immer mehr Ware mit Öko- oder Fair Trade-Label in die Läden.

Ich bin dann nach langer Zeit auf den Markt in einem winzigen Städtchen gefahren, bewusst nicht in die großen Markthallen, wo sie manchmal auch nur die gleichen Schinken auspacken wie bei Cora. Und was sehe ich? All die regionalen Erzeuger, die vor Jahren noch allenfalls die großen Städte bestückten oder direkt vermarkteten, leisten sich inzwischen auch die Marktreise durch die Region - im ländlichen Raum. Wie viele Kilometer habe ich mir gespart: Da steht der Biobauer aus Seltz neben der Ziegenkäserei aus Obersteinbach, der Fischzüchter und Traiteur aus Wingen ist da, der Bio-Müller aus Hoffen und immer wieder Kleinsterzeuger mit der Ernte von der Streuobstwiese oder aus dem Gemüsegarten. Erwin heißt der Imker, mit überschaubarem Sortiment und lange nicht so bunt wie im Supermarkt, aber das ist eben auch naturreiner Honig und den Kastaniennektar haben seine Bienen am Rand der Nordvogesen genascht. Was für ein Aroma, was für ein Duft! "Erwin, wo bisch!?", ruft der Kollege von nebenan, als ich warte, Erwin meldet sich nicht und so verkauft er den Honig für ihn - man kennt sich und man hilft sich gegenseitig, auch beim Aufbauen der Stände und Reparieren.

Gewiss, der Mensch mit den eingelegten Oliven und den Provenceseifen ist schon Frankreichklischee wie die Kettenläden mit der Provencekosmetik. Aber selbst wenn es den in Variationen auf fast jedem Markt gibt: Die Oliven schmecken anders als die eingeschweißten. Da gibt es winzig kleine, fast runde Bio-Oliven, die so fruchtig schmecken, dass sie kaum Gewürze brauchen, aber auch mit Knoblauch gespickte oder nach Curry duftende. Wer sich hier Pesto oder Paste aus getrockneten Tomaten schöpfen lässt, hat eine fast wie hausgemacht schmeckende Sauce zu vielen Gerichten, die letztendlich billiger ist als jedes Markengedöns in Döschen und Fläschchen. Und irgend eine kleine Verführung wartet auch auf einem kleinen Markt auf dem platten Lande.

Eine süße Verführung, eine Geschmacksexplosion ...

Lavendelsirup "vum Didier". Kann man das denn trinken und wie?, will ich wissen. Schließlich passt ein derart starkes Parfum nicht zu allem. Der Händler mag es am liebsten mit heißem Wasser aufgegossen zum Schlafen, aber es schmecke auch mit eiskaltem, auf Eis. Und ja, sogar mit Crémant oder einem herben Weißwein.

Aber dann schwindelt mich der Händler an und das mag ich überhaupt nicht. Ich werde nicht gern für dumm verkauft. Der Didier, das müsse ich wissen, der mache das nur so als Hobby, mit viel Liebe und nebenbei ... man könne die Flaschen deshalb nur bei ihm, dem Händler, kaufen, nicht direkt, da gäbe es auch keine Website. Man glaube nie zu sehr geschäftstüchtigen Händlern, die Frauen für etwas unbedarft halten!

Ein kurzer Klick zu Google brachte sofort die Website zu Les Sirops de Didier und bei Facebook kann man Fan werden! Es handelt sich um ein elsässisches Mikrounternehmen aus Reichshoffen - und nein, der Didier hat auch nicht nur Lavendelsirup, sondern jede Menge leckere Geschmäcker mehr. Mit Crémant muss ich erst noch eine ideale Dosis herausfinden, das ist in der Tat äußerst gewöhnungsbedürftig. Dazu aber eine Salami mit Herbes de Provence und Lavendel gewürzt, wie es sie auch mal auf dem Markt gab - sicher ungewöhnlich? Das Glas Sprudel mit Lavendelsirup am Abend hat jedenfalls ganze Wirkung geleistet: Ich bin sofort eingeschlafen und habe selig geträumt. Lavendel entspannt ganz ohne Lavendelblues.

Lebensmittel und Produkte, die "artisanale", nach alter Handwerkskunst, hergestellt sind, erscheinen auf dem Markt oft nur vordergründig teurer als abgepackte Massenware. Der unvergleichliche Genuss, der reiche Geschmack und Duft lässt einen viel länger Freude daran haben - und man isst sehr viel weniger. Ob unser Zivilisationsproblem mit dem Übergewicht auch daran liegt, dass wir uns immer mehr aufgeblasene Pappe in dem Magen schieben? Eindeutig sehr viel billiger als im Supermarkt sind Obst und Gemüse, frischer und leckerer obendrein. Das vor allem deshalb, weil man sich automatisch wieder mehr nach der Saison ernährt, von regionalen Produkten, die nicht erst quer über den Globus transportiert werden. Stattdessen finden auch Pilze oder Heidelbeeren aus den Hochvogesen in die Ebene. Früchte und Gemüse können reif geerntet werden. Man greift auch zur alten Tomatensorte, wenn sie etwas weicher ist - man gibt Acht auf die Schätze. Bei 1,50 Euro das Kilo "Quetsche" frage ich mich allerdings, wie die Bauern davon noch leben können ...

Das Essen vom Vietnamesen hat manchmal Augen ...
Zum Schluss gönne ich mir noch die kleine Sünde: Fastfood! Dafür, dass ich mir nun angewöhnt habe, während der Arbeitszeit nachmittags auf den Markt zu fahren, belohne ich mich mit einem faulen Abend. Der nette Vietnamese hat köstliche gefüllte Hühnerschenkel oder "Crabes", Röllchen mit allen möglichen Füllungen und andere Köstlichkeiten in Teig. Er ist so freundlich, dass allein das Einkaufen bei ihm Spaß macht. Und als ich ihm sage, dass ich froh sei, noch rechtzeitig gekommen zu sein, um die letzten seiner köstlichen Hühnchenteile zu ergattern, legt er freudig zwei Gemüseröllchen dazu.

Ich habe wieder Geschmack an den Märkten gefunden, weil ich absolut regional einkaufen kann. Am meisten aber genieße ich etwas, was ich im Laden nicht bekomme: Das Gespräch über die Herstellung eines Käses oder die perfekte Lagerung einer verderblichen Köstlichkeit. Da bleibt es dann nicht aus, dass mir der Gewürzhändler endlich einmal beibringt, was ich im Französischen nie auseinander halten konnte: all die Sorten "piment", Pfeffer und Chilli. Er hat seinen Spaß daran, erzählt, er habe 40 Jahre in Deutschland gearbeitet und wisse darum um jene ganz typischen Vokabelverwechsler. Diese Wörter vergesse ich nie mehr!

Wo finde ich solche Märkte?

Auf Testkauf war ich im sonst eher nicht so reich bestückten Nordelsass, der winzige ländliche Markt mit nur wenigen Ständen befindet sich in Soultz-sous-Forets jeden Freitag von 16 bis 19 Uhr - wobei man durchaus auch mal um 15 und bald 20 Uhr etwas bekommen kann. Wer eine doch größere Auswahl schätzt, geht in die Halle aux Houblons nach Haguenau, dienstags und freitags, allerdings morgens früh. Eine Liste der nordelsässischen Wochenmärkte und "Jorigmärkte" gibt es hier.
Die Bezeichnungen sind für Deutsche manchmal etwas irreführend: Ein marché hebdomadaire ist ein Wochenmarkt. Hängt das Wörtchen "traditionel" daran, gibt es meist auch "non food": Handarbeiten, Küchengeräte und Billigklamotten wie früher auf den Krämermärkten. So sind auch die alle drei Monate ("trimestriel") stattfindenden Jorigmärkte organisiert: Hier traf und trifft sich die Landbevölkerung einer Region, hier kauft man vom Honig über die regionalen Würste, die extra stabile Käsereibe und den Jahrmarkstschmuck für die Kinder bis hin zur traditionellen Kittelschürze für die Oma und die neue Axt so ziemlich alles, was man zum Landleben braucht. Dazwischen bieten Stände Essbares und Getränke an. Die selteneren Marchés des produits du terroir schließlich sind eine Art "Schaufenster" für Produkte der Region, die es sonst nicht unbedingt auf Märkten gibt.

Das nächste Mal erzähle ich, wo man im Elsass nun endlich das wunderbare Lammfleisch kaufen kann von all den freilaufenden Lämmern auf den Wiesen ...

26. August 2014

Wider den Kriegswahnsinn

Eins meiner Steckenpferde ist das Wiederentdecken vergessener Literatur. Eine wahre Perle fand ich unlängst unter den kostenlosen Klassikern. Die Friedensaktivistin Bertha von Suttner schrieb damals im Vorwort zu dem für seine Zeit außergewöhnlichen Roman von ihrer Hoffnung, dass er Menschen davon überzeugen könne: 
"... nicht nur, dass der Wahnsinn zu den Krankheiten des modernen Krieges gehört - das ist ja auch eine beglaubigte Tatsache - sondern dass der Krieg selber ein Wahnsinn ist."
Das Buch erschien 1904, inspiriert durch den russisch-japanischen Krieg. Es war zehn Jahre später, als 1914 die große Weltenschlächterei begann, einer der wichtigsten pazifistischen Romane. Und es liest sich leider völlig unverbraucht über 100 Jahre später, im Jahr des Gedenkens an den Wahnsinn des Ersten Weltkriegs, 2014 - weil es zeigt, dass der Wahnsinn der Krieger und Kampfsüchtigen unsere Welt weiterhin gegen alle Vernunft befällt, als habe niemand je aus der Geschichte gelernt. Es ist ein wichtiges und ein brutales Buch, der Roman "Das rote Lachen" des Russen Leonid Nikolajewitsch Andrejew.

Leonid N. Andrejew (Wikipedia)

Der 1871 geborene Russe Leonid Nikolajewitsch Andrejew wurde nur 48 Jahre alt, aber er gehört zu den wichtigsten Vertretern des sogenannten Silbernen Zeitalters und hinterließ Bücher, die schon zu Lebzeiten das Publikum in Bewunderer und erbitterte Feinde spaltete und ihm selbst Gefängnis einbrachten. Er floh vor der Geheimpolizei des Zaren in den Westen, u.a. nach Deutschland und in die Schweiz, er starb vergessen, blieb lange im eigenen Land geächtet und wurde erst nach der Ära Stalin in der Nähe der Schriftstellerkollegen Turgenjew, Leskow und Gontscharow auf dem Wolkowo-Friedhof in Sankt Petersburg zur Ruhe gebettet.

Der große Europäer René Schickele lobte ihn dafür, dass seine Bücher weit über russische Befindlichkeiten hinausgingen, andere zerrissen sich das Maul über seine tragische Weltsicht und wollten in ihm nur einen "Zeitungsschreiber" sehen; Militaristen aller Länder hassten seine Werke, Pazifisten bejubelten sie. Man lobte ihn, dass er besser sei als sein Freund Maxim Gorki, aber Tolstoi bekämpfte offen und vehement seinen Erstling, die Erzählung "Der Abgrund". Ich selbst habe von all dem nichts gewusst und mich durch nichts im Vorfeld beeindrucken lassen, sondern einfach einen "alten", ganz zufällig entdeckten Roman aufgeschlagen.

Geschrieben ist der Roman in Fragmenten in der Ich-Form, als habe jemand das Tagebuch eines Soldaten abgedruckt, mit einem Text, an dem von der ersten Zeile an Schweiß und Blut kleben. Im zweiten Teil ebenfalls Fragmente, vom Bruder, der daheim blieb, der nicht kämpft in der Schlacht und den der Wahnsinn des Krieges doch genauso einholen wird.

Nun gibt es keine schwierigere Gratwanderung in der Literatur als menschenvernichtendes Grauen adäquat zu beschreiben, ohne in Gefühlsduselei zu verfallen oder in billigen Voyeurismus. Wenn einer das Schlimmste, was Menschen Menschen antun, beschreiben kann, dann Andrejew. Das klingt zunächst wie banale Alltäglichkeiten, wir marschieren mit einem namenlosen Ich eine Straße entlang, erfahren von einer Kriegssituation, passen unseren Schritt an, sehen Kameraden umfallen, können nicht halten, werden weitergetrieben durch die unerträgliche Hitze, unter der stechenden Sonne, über die glühende Erde ... können nicht mehr Halt machen, weil diese Sprache einen fast halluzinatorischen Sog ausübt.

Alles klingt so beiläufig, so alltäglich, dass wir uns bezirzen lassen wie die Soldaten, der Krieg sei womöglich so schlimm gar nicht und ohnehin bald vergessen, Kampfhandlungen dagegen seien notwendig, normal, ohnehin befohlen. Und da sind wir schon drinnen in der Mühle, haben das bürgerliche, das einst wohl eher moralische Leben verlassen: Die Sprache treibt uns im Marschschritt voran. Sie bremst uns aus in ihrer Erschöpfung. Sie reißt uns hoch mit der Unerbittlichkeit der Befehle von oben. August Scholz hat mit seiner Übersetzung ins Deutsche damals große Literatur von einer bestechenden Rhythmik nachgebildet.

Was uns aber am schlimmsten packt in diesem Roman, das ist der Wahnsinn, der psychologisch so fein und wissend ausgearbeitet ist, dass man Leonid Andrejew nicht umsonst immer wieder mit Edgar Allan Poe verglich und mit der Stimmung der Gemälde eines Michail Wrubel. So beiläufig wie die Fragmente mit der Schilderung eines harmlos erscheinenden Marsches beginnen, so allmählich und bedrohlich steigert sich dieser im Irrsinn, den der Soldat zunächst bei anderen beobachtet und der ihn dann schließlich mit jenem roten, blutstinkenden Lachen selbst befällt.

"Das rote Lachen" ist kein bequemer Roman, schon gar keine Gutenachtgeschichte für Sensibelchen. Es ist der verstörende Text eines Menschen, in dem Figur und Autor verschwimmen, weil der Autor selbst tiefstes Leid und Grauen erlebt hat - und weil er es studiert hat an anderen. Der große pazifistische Roman des frühen 20. Jahrhundert ist kein bißchen gealtert, denn das perverse rote Lachen geht um auf den Feldern der Ukraine, es erschallt im Nahen Osten und im Nordirak, in Syrien wie in Afrika und überall dort, wo der Wahnsinn der Kriegstreiber siegt über die menschliche Vernunft.

Blutig lachen nach wie vor all jene Friedensunwilligen, all jene Eroberungssüchtigen und Habgierigen unserer Zeit - und es spielt Nationalität nie wirklich eine Rolle, sie bleibt immer nur ein Vorwand für Begierden. Andrejew schreit es uns ins Gesicht, auch wenn wir nicht hören wollen: Dass Krieg den Wahnsinn bringt und in sich selbst der Wahnsinn ist, dass Krieg verbrannte Erde hinterlässt, Generationen zerstörter Menschen, psychische Wracks, deformierte Familien. Weil Krieg im Grunde nur eines tut: Er vernichtet Leben. Dreckig, bar jeder Ethik, un-menschlich. Ein erschütternder Roman, den man gar nicht oft genug empfehlen kann.

"Das rote Lachen" kostenlos als Kindle lesen
"Das rote Lachen" beim Projekt Gutenberg lesen
Die russische Moderne als Experiment der Freiheit
Andrejews Kurzbiografie und Buch "Das Joch des Krieges"
Andrejews Buch "Der Gouverneur" als Kindle
Andrejews Buch "Die Geschichte von den sieben Gehenkten" als Kindle


1. August 2014

Azyklisch kochen: Roigebragedli

Nein, es ist viel zu heiß, um Roigebrageldi zu essen, dieses Traditionsgericht mit dem schwer aussprechbaren Namen (o und i getrennt sprechen - und nicht mal ich konnte es im Titel richtig tippen!), der so viel bedeutet wie "Rohgebratene". Es ist ein Wintergericht der Hochalmen in den Vogesen, vorzüglich nach einer langen Bergwanderung oder körperlicher Arbeit.

Aber ich habe das Rezept gerade bei FB erzählt und möchte nicht, dass es dort verschwindet. Dazu sind die Roigebrageldi zu lecker. Also einfach für die kalte Jahreszeit vormerken!

Fertig sind die Roigebrageldi, wenn sie ihre Form verloren haben.

Zutaten:
2 kg rohe Kartoffeln in feinsten (!) Scheibchen
200-400 g gehackte Zwiebeln (Ich gebe auch etwas Knoblauch dazu)
wer mag: 300-400 g fein gewürfelten Räucherspeck (traditionell legt man Fleischernes extra dazu)
500 g Butter
1 nicht zu kleines Glas trockenen Weißwein (Sylvaner kommt gut, Riesling geht auch)
Salz, Pfeffer frisch geriebenes Muskat, 2 Lorbeerblätter, etwas Öl

Zubereitung:
In einen großen Steinguttopf gibt man einige Flocken Butter und schichtet dann die Zutaten abwechselnd ein: Kartoffeln, Zwiebeln, Gewürze, Speck. Und immer tüchtig Butter zwischen die Schichten und obenauf. Die letzte Schicht sind Kartoffeln mit Butterflocken. Das übergießt man mit dem Weißwein und lässt das Ganze im gut verschlossenen Topf im Ofen bei 180 Grad mindestens 2 Stunden garen. Ich persönlich backe es eine Stunde bei 180 Grad und dann sehr lange bei Niedertemperatur, das Gericht eignet sich vorzüglich für den Crockpot / Slow Cooker.
Wahre Adepten gießen noch ein Glas Weißwein in dem Moment auf, in dem das Gericht aus dem Ofen kommt.

Den schrecklich leckeren Pamp isst man zu geräuchertem oder gesalzenem Fleisch und grünem Salat an Knoblauchvinaigrette.

Wer meint, Butter sparen zu müssen, kann bis zu 250 g sparen, wenn er das durch Fleischbrühe ersetzt. Aber 250 g sind das Minimum, damit das schmeckt.

Ist ein traditionelles Gericht von den Almen der Hochvogesen, wo es stundenlang im eisernen Topf am Feuer hing, während man die Kühe versorgte und Käse machte. Da gibt's dann auch noch den Kaloriengeheimtipp: Roigebrageldi schmecken aufgewärmt ja noch besser. Und wenn man sie dann mit hauchdünnen Scheiben Räucherschinken belegt und mit einem Rohmilch-Munster gratiniert.