10. August 2013

Saison Russe in Baden-Baden

Für die russische Kultur ist die Sommerpause in Baden-Baden vorbei. Ab nächster Woche geht es wieder los mit den monatlichen öffentlichen Veranstaltungen der Deutsch-Russischen Kulturgesellschaft Baden-Baden e.V. Man trifft sich jeden zweiten Dienstag im Monat um 19 Uhr, wenn nicht anders angegeben, im Saal Aurelian des Hotels Aqua Aurelia - direkt gegenüber des Vincenti-Parkhauses im Thermenviertel. Wenn nicht anders angegeben, sind die Veranstaltungen öffentlich. Hier ein kleiner Überblick bis Jahresende:
August
"Kunstausstellungen als Mittel der Diplomatie"

13.8.2013, 19 Uhr, Hotel Aqua Aurelia
Vortrag mit Bildbeispielen der Kunstwissenschaftlerin Elena Korowin, die Baden-Badener aus der Kunsthalle kennen. Anwesend werden außerdem sein: der russische Botschafter a.D. Prof. Andrej I. Stepanow  und die Kunstwissenschaftlerin Prof. Dr. Nadeshda W. Danilewitsch von der Lomonossow-Universität Moskau.

Ausstellungen aus dem Ausland werden nicht nur organisiert, um dem Publikum Kunstgenuss zu ermöglichen. Sie sind ein Mittel zur Selbstdarstellung, Annäherung und Aufklärung von Staaten. Die Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen der Nachkriegszeit wird deutlich in den Kunstausstellungen dieser Zeit, eine genaue  Untersuchung beweist einmal mehr, wie schwierig eine bilaterale Annäherung ist und weiterhin sein wird. Aktuell erinnern daran die Ereignisse um die Eröffnung der Ausstellung "Bronzezeit. Europa ohne Grenzen".

Elena Korowin hat zum Thema ihre Doktorarbeit geschrieben. Die russische Kunsthistorikerin Nadeshda Danilewitsch wurde international bekannt, weil sie seit 20 Jahren nach dem Schatz der Zarenfamilie fahndet, u.a. nach den berüchtigten "Blutdiamanten". ARTE hat erst im Juni eine Sendung über ihre Arbeit gezeigt: "Auf der Suche nach dem Zarenschatz".

September
Die Villa Seelachhöhe von Chreptowitsch im 19. Jahrhundert

9.9.2013, 19 Uhr
Vortrag von Michaela Markert vom Verein Stadtbild mit Bildbeispielen und anschließender Filmvorführung „Die Geschichte der Russen in Baden-Baden.“

In der Presse ist immer wieder von Villenaufkäufen durch Russen die Rede, doch relativ unbekannt ist, dass viele Villen in Baden-Baden ursprünglich von Russen gebaut und bewohnt wurden. Schloss Seelach ist in dieser Hinsicht ein besonderes Projekt: Die Villa wurde 1862 von der Gräfin Chreptowitsch, geb. von Nesselrode, bezogen, deren Mann in Polen Hofmarschall war. Hier gingen Zar Nikolaus II. und wichtige Persönlichkeiten der "russischen Kolonie" ebenso ein und aus wie das deutsche Großherzogspaar. Seit den 1950er Jahren verfiel das Anwesen zusehends, inzwischen hat ein russischer Besitzer die marode Villa komplett abtragen lassen und mit Originalmaterial und modernsten Techniken, ebenso wie andere Teile des Anwesens, originalgetreu wieder aufbauen lassen (Bildsequenz des Architekturbüros).

Oktober
Gedenkveranstaltung zum 130. Todestag von Fürst Alexander Michailowitsch Gortschakow, Außenminister und Kanzler unter Zar Nikolaus II., in Baden-Baden verstorben und beerdigt. Veranstaltung im Palais Biron.


November
Musikalischer Salon: Wagner und die russische Musik im Palais Biron. Nur für Vereinsmitglieder.
Dezember
Reihe Russische Städte: Odessa

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