31. Dezember 2012

Bier in Frankreich teurer

Bereits seit vielen Jahren klafft ein riesiges Loch in der Kasse der französischen Sozialversicherung. Finanziert wird diese zu Teilen auch durch eine spezielle Verbrauchssteuer, die Konsumenten beim Kauf von Alkohol zahlen. Dieser "droit d'accise", im europäischen Vergleich nicht gerade einer der höchsten, soll zum 1.1.2013 erhöht werden (alle Einzelheiten). Insgesamt erhofft man sich durch Steuer- und Verbrauchssteuererhöhungen zum Jahreswechsel fünf Milliarden Euro mehr in den Sozialkassen.

Foto: tirot / pixelio.de

Eine französische Spezialität kommt jedoch hinzu: Offensichtlich will man es sich weder mit den Verbrauchern noch mit einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des Landes, nämlich der Weinbranche, verscherzen - darum wird nur das Bier spürbar teurer. Das dürfte vor allem das Elsass treffen, wo nicht nur mehr Bier getrunken, sondern auch Hopfen angebaut wird.

Die Verbrauchsteuer, die vom Alkoholgrad abhängt, wird beim Bier künftig mit 2,6 multipliziert, was die Abgabe pro Promill pro Hektoliter Bier (bei einem Alkoholgehalt über 2,8 Promill) von 2,75 Euro auf 7,20 Euro erhöht. Das ist mehr als in Deutschland (3,93 Euro), aber sehr viel weniger als in Irland (15,71 Euro).

Für die Biertrinker sieht das ganz praktisch so aus: In Restaurants und Cafés rechnet die INSEE mit einer Preiserhöhung von rund 2% für den halben Liter stärkeres Bier. Rechnet man die Mehrwertsteuer dazu, wird die Halbe dann um bis zu 62 Cent teurer als bisher. Im Laden rechnet man mit einer stärkeren Verteuerung, nämlich einem Preisanstieg von 10-25% bei 20er Packs Bier mit über 5% Alkohol. Es gilt grundsätzlich: Je niedriger der Alkoholgehalt, desto niedriger die Verbrauchssteuer.

Die Verbrauchssteuer auf Wein bleibt dagegen weiterhin eine der niedrigsten in Europa - honi soit qui mal y pense ...

Keine Kommentare: