23. Februar 2009

Holdes Europa

In meiner Hauptkolumne erzähle ich vom wiehernden Amtsschimmel in Frankreich. Ich hätte aber auch ein grenzüberschreitendes Schildbürgermärchen, das Gina Grumbier zum Haareraufen bringt. Offensichtlich ist es nur Kindern erlaubt, sich spontan vor Leute zu stellen, sich zu bewegen und Zeug zu reden. Erwachsene müssen auf Fallstricke und Fußangeln achten, wenn sie so tun, als sei das Leben eine Bühne!

Wenn also Gina Grumbier im Juni von der ein Stockwerk hohen Bühne im Tabakschuppen in die Tiefe stürzen sollte (hier macht die Autorin sämtliche abergläubischen Schutzzeichen dieser Welt), dann ist sie nicht versichert, wenn sie das im Kostüm tut und ihre Texte auswendig vorgetragen hat. Das hieße nämlich, sie wildere im falschen Beruf, widerrechtlich und anmaßend. Bricht sie sich dagegen beim Ablesen ein Bein und trägt nur eine geschmacklose Klamotte, ist sie versorgt. Das als Erläuterung dafür, dass ich meine Texte aus dem Koffer zaubern werde...

Es wird besser: Die Frau hinter der Gina hat nämlich als Journalistin noch eine Spezialversicherung von früher übrig. Die zahlt weltweit, auch in Krisengebieten, falls Terroristen mit einem Flugzeug oder Krieger in einem Panzer in den Tabakschuppen rasen würden (Wiederholung aller internationalen Schutzzeichen). Ich muss als Leiche nur nachweisen, dass ich gekommen war, um meine eigene Kritik zu schreiben.

So einfach ist das, in Europa kreativ zu werden.

Keine Kommentare: