23. Februar 2009

Holdes Europa

In meiner Hauptkolumne erzähle ich vom wiehernden Amtsschimmel in Frankreich. Ich hätte aber auch ein grenzüberschreitendes Schildbürgermärchen, das Gina Grumbier zum Haareraufen bringt. Offensichtlich ist es nur Kindern erlaubt, sich spontan vor Leute zu stellen, sich zu bewegen und Zeug zu reden. Erwachsene müssen auf Fallstricke und Fußangeln achten, wenn sie so tun, als sei das Leben eine Bühne!

Wenn also Gina Grumbier im Juni von der ein Stockwerk hohen Bühne im Tabakschuppen in die Tiefe stürzen sollte (hier macht die Autorin sämtliche abergläubischen Schutzzeichen dieser Welt), dann ist sie nicht versichert, wenn sie das im Kostüm tut und ihre Texte auswendig vorgetragen hat. Das hieße nämlich, sie wildere im falschen Beruf, widerrechtlich und anmaßend. Bricht sie sich dagegen beim Ablesen ein Bein und trägt nur eine geschmacklose Klamotte, ist sie versorgt. Das als Erläuterung dafür, dass ich meine Texte aus dem Koffer zaubern werde...

Es wird besser: Die Frau hinter der Gina hat nämlich als Journalistin noch eine Spezialversicherung von früher übrig. Die zahlt weltweit, auch in Krisengebieten, falls Terroristen mit einem Flugzeug oder Krieger in einem Panzer in den Tabakschuppen rasen würden (Wiederholung aller internationalen Schutzzeichen). Ich muss als Leiche nur nachweisen, dass ich gekommen war, um meine eigene Kritik zu schreiben.

So einfach ist das, in Europa kreativ zu werden.

12. Februar 2009

Frankreich, Einkaufen, Bonus, Weinmesse und Schwarzhandel

Ich war heute mal wieder im eigenen Land, also im Elsass, einkaufen und mir standen die Haare an der Kasse zu Berge. Es war in einem dieser billigen Supermärkte, die jetzt Werbung mit vollen Einkaufswagen machen: "Dieser Wagen wurde mit 50 E / 80 E befüllt". Sie sehen imposant aus, bis Oberkante voll - aber leben kann man als Single mit dem Quatsch, der darin liegt, allenfalls eine halbe Woche. Nun, aber gewisse Produkte muss ich eben hier noch einkaufen, z.B. den billigeren italienischen Espresso und die billigere italienische Pasta und den besseren (Rohr)Zucker und...

Was mich diesmal besonders auf die Palme brachte: Neuerdings wird das komplizierte Bonussystem ganz offensichtlich zum Abzocken benutzt. Rabatte sind in Frankreich eine Wissenschaft für sich. Manche bekommt man per Einkaufskarte (und wird dann schön von Marketingunternehmen überwacht), manche Läen vergeben Bons für bestimmte Waren an der Kasse fürs nächste Mal. Und dann gibt es Aufkleber auf der Ware, die Ermäßigung versprechen. Vorsicht bei denen, die nicht sofort zahlen. Hier muss man oft mühsam den Kassenbon nebst Adresse einsenden, bekommt 20 Cent und jede Menge Direktwerbung, weil die Adresse verkauft wird. Besser sind die mit einer "réduction immédiat" - sprich, die aufgedruckte Summe wird sofort an der Kasse abgezogen. Vorsicht! Neuerdings vergessen es die Kassiererinnen immer häufiger, das zu tun. Und zwar mit solcher Regelmäßigkeit, dass man Absicht vermuten könnte.

Sonst kaufen wir - das erzählte ich bereits - für höchstens die Hälfte oder ein Drittel des Preises unsere Lebensmittel in Deutschland ein. An der Grenze sprießen statt der alten Zollhäuschen neuerdings die Supermärkte (ab dem Wochenende in Schweigen, kurz vor Wissembourg). Kürzlich unterhielt ich mich mit einer nicht gerade armen Elsässerin darüber, wie Franzosen im Landesinneren, die ja nicht mal schnell die Grenzen wechseln können, überhaupt noch durchhalten. Eigentlich gar nicht. Unser kleiner Napoleon hat die Armut verstärkt und wer kein Autohersteller ist, bekommt dann eher den Kärcher zu spüren. Ganze Landstriche gelten als "verlorene Départements", keine Aussichten für die Jugend, Massenarbeitslosigkeit, das Sozialamt bewilligt schon automatisch, weil Arbeit nicht aufzutreiben ist.

Wer es sich leisten kann, verkauft sein Haus dort zu verrückt überteuerten Preisen an Engländer, Belgier, Deutsche. Ein Freund erzählt, in einer Stadt bei ihm seien inzwischen alle kleinen Läden, typisch mit ihren großen Glastüren zur Straße, Edelwohnzimmer von Schicki-Micki-Ausländern. Die Grundstücke auf den Dörfern können sich Einheimische nicht mehr leisten, aber da sind die eigenen Leute schuld, die bei der Preistreiberei mitmachen. (Das Elsass hat das hinter sich). Manche Dörfer im Süden sind fast nur noch von Ausländern besiedelt. Andernfalls würden sie aber auch zerfallen - es gibt keine Arbeit, keine Infrastruktur, keine Jugend.

Wie überleben die Leute? Bitter arm. Weil Frankreich auch nur spärlich Mietwohnungen hat und ein Land von Besitzern ist, ackern die meisten im eigenen Gemüsegarten. Dazu hält man Hasen, vielleicht ein paar Hühner - und wer Platz hat, Ziegen und Schafe. Die Frauen ackern sich frühzeitig alt, denn da will der Käse gemacht werden und auf den Märkten steht man stundenlang. Schwarzhandel blüht, da werden Viecher an der EU vorbeigezüchtet und versteckt. Selbst in meinem Dorf im reichen Elsass ist das so.

Da hat einer die echten durchtrainierten Hähne, die er nicht mit den anderen im Laden verkaufen lässt. Der nächste räuchert den Wildschweinschinken vom Jäger. Wieder ein anderer brennt schwarz. Ich war schon bei Festessen eingeladen, bei denen für die wunderbaren Lebensmittel kein Cent geflossen ist. Tauschwirtschaft. Erschreckend ist, dass bei dieser Art von sozialem Netz der Genusswert wieder exorbital steigt. Schwarzgeschlachtetes schmeckt doch sehr viel besser als das in der Zellophanverpackung seit Tagen vor sich hinblutende Wasserschwein... Allerdings muss man am sozialen Netz teilhaben - wer in Isolation lebt, kann sich kaum noch versorgen, wenn er nicht gut drüben in Deutschland verdient.

Eins muss aber immer sein, egal wie arm man ist, egal wie man sonst darbt - bei einem gemütlichen Glas Wein unter Freunden kann man all den Stress vergessen. Feiern, genießen, leben - das muss sein! Unvorstellbar, was sich deutsche Politiker mit Genussmittel-Beschränkungen und Gesundheitswahn so alles ausdenken, darauf hebt man hier das Glas, lacht sich eins und freut sich, dass bei Aldi-France ein doch ordentlicher Corbières für 1,45 E zu haben ist. Weswegen dann wieder die Deutschen bei uns einfallen zum Einkaufen. Den gibt's bei Aldi-Deutschland nicht. Das ist Europa.

Wer jetzt schnell entschlossen ist und Lust auf einen guten Tropfen hat, dem empfehle ich, schleunigst nach Strasbourg zu fahren. Dort hat nämlich der berühmte "Foire au vin", die Weinmesse angefangen. Morgen geht's los bis zum Montag. Und es gibt über 2500 verschiedene Weine zu kosten! Nicht nur hochinteressant für Schnäppchen - hier präsentieren unabhängige Winzerfamilien, deren erlesene Tropfen nicht unbedingt im Laden stehen. Die meisten versenden nachher auch ihren Wein - hier ist die Gelegenheit, sie kennen zu lernen und Adressen zu sammeln.

Mein Tipp: Es ist beim Wein wie mit dem Parfum. Nach einigen Sorten schmeckt man nichts mehr. Und weil die Messe in Wacken so riesig ist, verliert man schnell die Orientierung. Also am besten sich vorher einen Plan machen und vielleicht ein wenig einlesen, welche Sorten oder Regionen man entdecken möchte. Sich darauf konzentrieren - und natürlich trotzdem offen für Überraschungen bleiben.

Auch zu beachten: In Frankreich ist bereits bei 0,3 Promille Schluss, Wagen von trunkenen Fahrern werden sofort beschlagnahmt. Achtung auch beim Beifahrer - der muss, wenn er über der Promillegrenze liegt, als potentielle Gefahr für den Fahrer hinten sitzen, sonst wird ebenfalls eine Geldstrafe fällig (die in Frankreich empfindlich höher ist als in Deutschland). Übel wird's, wenn alle im Auto zuviel haben...

Wohl bekomm's - oder wie man im Elsass sagt: "G'sundheit!"

10. Februar 2009

Augen-Schmaus: Milch

Jan Vermeer (1632-1675): Milchausgießende Magd (ca. 1657-60), Rijksmuseum Amsterdam (Bild durch Anklicken vergrößern)


Jan Vermeers „Milchausgießende Magd“ kann man kaum noch unvoreingenommen betrachten, seit eine französische Firma sie zum Logo für Milchprodukte gemacht hat. Auf den Packungen soll sie vorgaukeln, was industrielle Nahrungsmittelherstellung längst abgeschafft hat: den naturreinen, mit Handwerk und Liebe hergestellten Genuss alter Zeiten.

Aber Vermeer ist kein Gaukler. Der Maler, der so meisterhaft mit Licht und Komposition und fast palettenreinen Farben umging, erzählt in seinen Bildern mit Frauengestalten Geschichten aus dem Alltag. Eine in Blau und Gelb gekleidete Magd gießt aus einem Krug Milch in einen Topf. Der fast leere Raum, angedeutet durch zwei Wände auf Eck und ein Stück Fußboden, die meditative, bedächtige Haltung der Frau und die kahle Wand im Licht vermitteln ein Gefühl von Ruhe und Versunkenheit. Nur etwa zwei Bilder im Jahr hat Vermeer gemalt, die lange Beschäftigung mit seinen Sujets hat ebenfalls etwas von Zeitlosigkeit.

Hier gerinnt die Zeit jedoch ausgerechnet in einem Moment, in dem sich etwas bewegt. Licht und Komposition ziehen den Blick des Betrachters dorthin, wo Zeit verrinnt, weil die Milch fließt. Das still wirkende Bild erzählt von einem Geräusch, der scheinbar festgefrorene Augenblick zeigt Bewegung. Vermeer hat die Bewegung in Rundungen übersetzt, die die Komposition wie kleine Wirbel durchziehen. Um den fast unmerklich sich drehenden Strahl kreiseln die Dinge: die Körperhaltung der Magd, die rund fließenden Schürzenfalten, die Rundungen von Broten, Geschirr und dem Geflecht des Korbs.

Der Genuss kommt aus dem Anblick, den Farben, dem erahnten Geräusch und Geruch, den Texturen. Vollkommen wird er durch die Erfahrung einer Momentaufnahme, die mehr zeigt als einen Augenblick. Die Werbung tut so, als stünden die Zeit und die Dinge still. Vermeers „Melkmeisje“ weiß es besser. (Petra van Cronenburg)

Mein Rezept zum Milchschmecken:

PANNA COTTA MIT VOGESENFRÜCHTEN

1/2 l frische Sahne
1 Tüte Vanillezucker
2-3 Blatt Gelatine
frische oder tiefgekühlte rote Früchte (z.B. Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren)
1/2 Glas Kirschwasser
Zucker

Die Sahne mit der aufgeweichten und ausgedrückten Gelatine und dem Vanillezucker unter ständigem Rühren erhitzen, bis sich die Gelatine vollständig aufgelöst hat. Die Masse in kleine gekühlte Formen schütten, erkalten lassen und dann im Kühlschrank fest werden lassen. Wer eine zartere Konsistenz bevorzugt, rechnet nur 1 Blatt Gelatine und gibt die Panna Cotta in möglichst kleine Förmchen, damit sie nicht zusammenfällt.

Vor dem Servieren die Früchte vorsichtig mit dem Zucker erhitzen und mit dem Kirschwasser abschmecken. Die Panna Cotta auf Teller stürzen und mit den Früchten garnieren.
Guten Appetit!

Augen-Schmaus ist ein Experiment, Kunst auf ungewöhnliche Art zu erfahren und die Sinnenlust von Gemälden zu entdecken.
Hat es Ihnen gefallen? Oder fehlt Ihnen etwas, ist es zu trocken, zu langweilig? Würden Sie so etwas lieber als prachtvollen Bildband durchblättern? Oder lieber beim Anblick der Bilder hören? Vielleicht die Rezepte lieber ohne Kunst genießen?
Hinterlassen Sie doch bitte Kritik - positive wie negative - Anregungen und Gedanken in den Kommentaren! Denn Augen-Schmaus macht zu viel Arbeit, um es ins Leere zu produzieren! Danke!

Alle Texte (c) by Petra van Cronenburg, all rights reserved. Verwendung ohne ausdrückliche Genehmigung nicht erlaubt. Zuwiderhandlungen haben juristische Folgen.
The work of art depicted in this image and the reproduction thereof are in the public domain worldwide. The reproduction is part of a collection of reproductions compiled by The Yorck Project. The compilation copyright is held by Zenodot Verlagsgesellschaft mbH and licensed under the GNU Free Documentation License.

9. Februar 2009

Theater im Pamina-Raum

Wo geht man eigentlich im Pamina-Raum ins Theater? Und gibt es nationale Unterschiede außer der Sprache?

Pa-mi-na
ist selbst schon ein Sprachgemisch und bedeutet PA = Palatinat (Pfalz) / MI = mittlerer Oberrhein / NA = Nord Alsace (Nordelsass). Der gemeinsame Wirtschafts- und Kulturraum hat eine offizielle Website, eine Website für Veranstaltungen und Touristikangebote und eine für die gemeinsame Volkshochschule. Sitz der Vereinigung ist das alte Zollhaus von Lauterbourg. Aus dem täglichen Leben ist die Pamina kaum noch wegzudenken, denn sie verwirklicht ganz praktisch, wovon Paris und Berlin nur reden - oder noch nicht einmal träumen. Grenzgänger erhalten hier auch Beratungen und Amtshilfen.

Ähnlich wie die Pamina ist das Theaterleben in diesem Raum dreisprachig.
Auf der badischen Seite gibt es die bekannten Theater in deutscher Sprache. Da liegen in Grenznähe das Badische Staatstheater in Karlsruhe und das Theater in Baden-Baden. Auf der pfälzischen Seite gibt es das Pfalztheater Kaiserslautern. In Deutschland sind kommunale Theater subventioniert und die Schauspieler meist fest angestellt. Es wird also mit festen Ensembles gespielt. Freie umherziehende Theatertruppen oder selbstständige Kleinsttheater wie z.B. das längst bekannte Sandkorntheater in Karlsruhe sind im Kulturbetrieb eher weniger etabliert. Am Staatstheater und in Baden-Baden kann man Laienkurse belegen.

Erst mit alternativen Kulturveranstaltungen wuchs hier eine Szene, die von Laien wie Professionellen gleichermaßen bedient wird. Solche Kleinsttheater sind meist als Verein organisiert, manchmal sind es auch nur Solodarsteller, die sich frei ihre Bühnen und Auftrittsgelegenheiten suchen müssen. Organisiert sind die meisten entweder im Landesverband freier Theater Baden Württemberg oder bei la profth in der Pfalz - so viel Kleinstaaterei muss sein. Auf beiden Webseiten kann man nach freien Theatern und Schauspielern in der Nähe suchen.

Noch mehr Kuddelmuddel findet man, wenn man die französische Seite mitnimmt. Dort gibt es nämlich Theater in gleich zwei Sprachen, aber hoppla: Die Sprache entscheidet über das Genre! Das sogenannte elsässische Theater ist nämlich aus der Tradition des Volkstheaters entstanden. Viele kleine Dörfer stellen ihre eigene Laienspielgruppe auf und geben ihre Schwänke und Lustspiele in der örtlichen Mehrzweckhalle zum Besten, die Aufführungen werden an der Straße bekannt gemacht. Goethe hat das Théatre Alsacien bereits geliebt, wo die Bevölkerung sich nicht nur gegen den üblichen Dorfmuff wehrt, sondern auch über die Kirche und die Konfessionen lustig macht. Für Badner und Pfälzer ist der Dialekt auf alle Fälle verständlich.

Im Elsass ist das Christkind eine Frau. Und eine besondere Spezialität ist der sogenannte "Herre-Owe" (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Kabarettgruppe), der auf Zeiten zurückgeht, als Frauen zu gewissen Kirchenfesten nicht auf der Bühne stehen durften. Heute schlüpfen die Männer eher aus Gaudi in sämtliche Rollen. Für die Dorfbewohner ein noch größerer Spaß, so manchen hochmoralischen Nachbarn in einer Travestierolle begutachten zu können. Bei diesen besonders deftigen Stücken sind Frauen im Publikum selbstverständlich zugelassen!

Das bekannteste elsässische Theater in Strasbourg bringt auch einheimische Literaten und Dramatiker auf die Bühne. Ein festes professionelles Theater gibt es in fast jeder Stadt, Laiengruppen spielen vor allem in der Wintersaison und um Weihnachten.

Wer allerdings "richtiges" Theater genießen will, sollte Französisch können! Mehr oder weniger, denn die Theaterszene, die Pantomime oder Puppenspiel einschließt, braucht nicht immer viele Worte. Sie ist riesig, fast unüberschaubar - denn hier liegt der Unterschied zur Struktur in Deutschland: Die wenigsten französischen Schauspieler genießen eine langfristige Festanstellung. Obwohl bis in Kleinstgruppen alles sehr viel stärker professionalisiert ist, müssen die Akteure um Auftrittsgelegenheiten und Publikum buhlen, oft mühsam Hilfen oder Subventionen ergattern. Dafür gibt es aber auch Künstlerberatungen und so ganz ohne Mindestschulung steigt kaum jemand auf die Bühne.

Das führt dazu, dass Frankreich über eine sehr bunte, vielfältige freie Theaterkultur verfügt, die sich in zahlreichen Festivals von ihrer Schokoladenseite präsentiert. Straßentheater oder Commedia dell'Arte, Marionettentheater oder experimentelles Theater existiert recht gleichwertig zu dem, was man in Deutschland unter Theater versteht. Weil die meisten Schauspieler und Theater nicht allein von Vorstellungen leben können, hat sich eine eigene Unterrichtskultur gebildet. Ganze Ensembles oder Solisten - Professionalität vorausgesetzt - unterrichten Theatertechniken vor allem in Schulen, aber auch zunehmend für interessierte Laien und für Darsteller des Elsässer Theaters. So wachsen viele junge Leute bereits früh in den Beruf. Leider gibt es keine Sammlung aller Bühnen, Truppen und Solisten im Internet. Veranstaltungen findet man aber z.B. via Evene.

Die wichtigsten Bühnen in Strasbourg:
Théatre National de Strasbourg, TNS (was man in D. als Staatstheater kennt)
Théatre Jeune Public, TJP (Jugendtheater)
Le Fil Rouge (Kleine und ungewöhnliche Formen für Kinder + Erwachsene)
Théatre Lumière (zeitgenössisches Theater mit humanistischem Hintergrund)
Tohu-Bohu (mehrsprachig, experimentelles Theater mit Einbindung anderer Künste, Figurentheater)
Le Kafteur (Humortheater)
Pole Sud (Musik- und Tanztheater, Jazz)
Es gibt noch weit mehr Bühnen und freie Truppen, etwa die berühmte Choucrouterie mit ihrem elsässisch-französischen Kabarettprogramm.

Außerdem arbeitet im Nordelsass der rührige Verein "Sur les Sentiers du Théatre", der Menschen aus dem ländlichen Raum ans Theater führen will und Theatervorstellungen in den ländlichen Raum bringen. Er veranstaltet jährlich ein Straßentheaterfestival in den Dörfern und hat mit dem zweisprachigen Stück "Frontières - Grenzen" schon zarte Bande ins Badische und in die Pfalz geknüpft.

(Ich entschuldige mich für fehlerhafte Akzente - mir fehlt z.B. der auf dem "a" von "théatre" fällige Zirkumflex in diesem Blog)