1. Oktober 2008

Mülldeponie der Töne

Dass Kunst jedermann und jederfrau auf der Straße Spaß machen und doch politisch sein kann, zeigt eine französische Truppe mit einem "Musik"theater der besonderen Art, das vor keinem Medium Halt macht. "Le Bruit qu'ça coûte" klingt kompliziert, ist es aber nicht: Unsere Konsumgesellschaft produziert immer mehr Müll und immer mehr Geräusch. Also haben Jerome Pergolesi und Philippe Aubry beschlossen, etwas zu tun, bevor all die überflüssigen Töne in der Luft einen neuen Treibhauseffekt produzieren.

Jeder interessierte Mensch kann sein Geräusch jetzt auf der Müllhalde der Töne abgeben, damit auch ordentlich fürs Recycling aufbereitet wird. Wer die technischen Möglichkeiten nicht hat, darf seine Töne auch direkt bei den Müllagenten abgeben - am 4. und 10. Oktober und am 8. November jeweils von 15-17 Uhr in der Friche laiterie in Strasbourg, 10 rue du Hohwald - also am südlichen Ende des Bahnhofsgeländes. (Übrigens ein Geheimtipp für Theaterbegeisterte - die Friche laiterie beherbergt freie Theatertruppen und bietet jede Menge Veranstaltungen!)

Am 15. November um 15 Uhr ist es dann dort so weit: Jeder darf beim großen Recycling mitmachen und - ob blutiger Laie oder Künstler - am Kunstwerk mitarbeiten. Es gibt eine Einweisung in die unterschiedlichen Techniken des Geräuschreyclings und am Schluss das große "oeuvre bruitiste collective".

Wer es nicht nach Strasbourg schafft, kann bereits jetzt in den noch nicht sortierten Müll hineinhören: hier und hier.

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