8. Oktober 2008

Gina Grumbiers heimliche Angst

Gina Grumbier hat Angst. Ihr Nachname, so fürchtet sie, könnte in den Leuten das Bild einer aufgedunsenen Kabarettnudel heraufbeschwören, die mit Kittelschürzencharme, Dialekt und Witzle aus der Küch' nur so um sich wirft.

Ich gebe zu, ich war bereits versucht, ihr eine wirklich schrille Kittelschürze aus einem dieser elsässischen Kruschtelläden mitzubringen, in denen die Bauersfrau Kurzwaren und riesige Büstenhalter, gehäkelte Lurexpullis und wollene Nachthemden besorgt. Aber wir machen ja kein Kabarett und Gina ist eine, die genießt und Klassiker liest.

Um sie zu beruhigen, habe ich das gemacht, was man "Umfeldrecherche" nennt. Man kann Gugl so herrlich über jeden ausfragen, auch über Leute, die es gar nicht gibt. Schlägt mir doch die gehupfte Suchmaschine vor, die Gina schreibe sich eigentlich "Grumpier". Und sei sogar schon in einem Film aus Hollywood aufgetreten! Hä? Haben wir da ein paar Produzenten übersprungen?

Nein, Suchmaschinen sind doof, können nicht schreiben. Gemeint war der Film "Grumpier old men", der in Deutschland unter dem ultrakurzen, einprägsamen Titel lief: "Der dritte Frühling. Freunde, Feinde, Fisch und Frauen". Na - und in dem spiele eine Gina mit. Die heißt aber Lollobrigida. Behauptete jedenfalls Gugl. Suchmaschinen sind ja ach so doof! Die Gina war nämlich eigentlich die Sophia, Loren mit Nachnamen. Klar, wenn man im Silicon Valley hockt, kann man solche Feinheiten aus Hollywood schon mal verwechseln. Sind schließlich Ausländerinnen, die Damen, wie meine Gina.

Gina Grumbier jedenfalls ist glücklich. In Zukunft wird sie wenigstens virtuell gleich mit zwei italienischen Schönheiten verwechselt werden. Aber eines ist jetzt eindeutig klar: Mit den verschrumpelten ollen Kartoffeln waren Männer gemeint - feine Beilage zu Fisch mit Fahrrad.

Versprochen: Wir beide, Gina Nicht-Lollobrigida-Nicht-Loren-Grumbier und ich, werden garantiert einen weniger idiotischen Titel finden!

Anmerkung der Autorin: An diesem Text kann man lernen, wie man Online-Texte so schreibt, dass robots gierig zusammengeifern, was nicht zusammen gehört. Werbeleute schaffen so sogar ihr Wortumfeld... *pschttt*

Keine Kommentare: