19. September 2008

Croissant: Was ist das?

Herr Rheinauer betet eine Liturgie. Brabbelt seltsam gedehnte E-Laute und fremdländische Wörter. Als Gina Grumbier wissen will, was das soll, meint er patzig, er zähle die Grundstoffe auf, aus denen ein moderner Croissant bestehe. Croissant, also dieses beliebte Frühstücksgebäck aus Frankreich, das man stilecht in den Kaffee-Bol tunkt. Ohne Tunke kracht das mondförmige Hörnchen leicht zwischen den Zähnen und blättert ab - denn es wird aus feinstem Blätterteig gemacht. Auf der Zunge zergeht es dann wie Schmelz.
Aber dafür braucht es doch nicht viel Zutaten? Gina Grumbier weiß von Mehl, reichlich feiner Butter, Zucker... das Übliche eben.

Rheinauer lacht boshaft und hält ihr das Kleingedruckte eines modernen Bäckerketten-Croissants entgegen, der mit Schokokrümeln bestreut und mit Nusspaste gefüllt ist:

Weizenmehl, E 322 von Soja, E471, hydrogeniertes Pflanzenöl, Milchpulver, Emulgatoren (E 322), Arone, Butterkonzentrat, Wasser, Ei, Hefe, Zucker, "Verbesserer": Gluten, Emulgatoren E 472e und E 471, Malz, Pflanzenöle, Enzyme, Mehlbehandlung durch E 300 und E 920, iodiertes Salz.
Füllung: Nougat (20% der Paste), 80%: Zucker, Nusspaste, tw. hydrogeniertes Pflanzenöl, Kakaopuder.

Wohl bekomm's!

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